Baubericht: CTLS Ultralight auf Schwimmern

 von Johann Prachinger, April 2017

Hersteller: Freewing / Hobby Zone Fertigungsgrad: ARF
CTLS Ultralight  - Foto 01 Das knuffige Erscheinungsbild des CTLS Ultralights von Flight Design verleitete mich zur Bestellung des bei Hobby King und inzwischen auch bei Hepf erhältlichen "Scale-Modells" von Freewing.

Im Europa-Shop von Hobby King war allerdings gerade nur die Version ohne Antrieb, Steller und Servos verfügbar. Die mit 120 cm Spannweite im Maßstab von ca 1:7 gehaltene, recht handliche Modellgröße würde sich perfekt für die Ausrüstung mit den Parkflyer-Schwimmern von HobbyZone eignen - das große Vorbild gibt es laut Werbebroschüre sogar mit amphibischem Schwimmerfahrwerk.
Der Inhalt des Kartons, zu einer ersten Inspektion und Begutachtung aufgelegt.

Zugekauft mußte letztendlich nur der Brushless-Motor (Turnigy D3530/14 1100KV) werden, einen 40A Regler, 6 passende Servos inklusive Verlängerungskabel und auch die erwähnten Schwimmer (siehe 1. Foto) hatte ich zufällig auf Lager.
CTLS Ultralight - Foto 02
CTLS Ultralight - Foto 03 Ohne Werkzeug erfolgt die Montage des Höhenleitwerks, das Teil rastet von selbst im Rumpfheck ein und hält bombenfest.

Die Servos für Seite und Höhe werden nach Abnehmen einer Wartungsklappe auf der Rumpfunterseite eingesetzt.

Passende Servo-Gestängeanschlüsse lagen dem Bausatz leider nicht bei - dank meinem gut sortierten Ersatzteillager kam es aber auch hier zu keiner Zwangspause.
Gut vorbereitet hat der Hersteller den Servoeinbau für die Tragflächen. Alle Anlenkteile liegen schon passend abgelängt bei.

Die Querruderservos werden von verschraubten Kunststoffdeckeln gehalten.

Mit doppelseitigem Klebeband und je 2 Tupfern Epoxy-Kleber wurden die Landeklappenservos befestigt.
CTLS Ultralight - Foto 04
CTLS Ultralight - Foto 05 Durch die vorgegebene Einbauposition können allerdings die Landeklappenservos nicht über ein Y-Kabel angesteuert werden - sie würden so nämlich gegensinnig laufen.

Also eines der beiden Servos umpolen, ein Reverse-Modul vorschalten oder - die von mir bevorzugte Lösung - die Servos per Mixer über 2 getrennte Kanäle (auf meinem System 5 und 6, siehe Foto) ansteuern und eines der Servos am Sender auf "Reverse" stellen.
Zu gut gemeint hat es der Hersteller auch mit dem Verkleben der Querruderservoverlängerungen in speziellen seitlichen Kabelkanälen im Rumpf.

Nach dem Anstecken der Querruderkabel können die überstehenden Teile nur mit leichter Gewalt in den Rumpf eingeschoben werden.

Um die Verlängerungskabel für die Landeklappen überhaupt im Rumpf verlegen zu können, muß man die Seitenverglasungen im oberen Bereich sowie die Dachverkleidung im Rumpfinneren lösen.
CTLS Ultralight - Foto 06
CTLS Ultralight - Foto 07 Auch habe ich die Rumpfdurchbrüche für die Servokabel etwas vergrößert, das Zusammenstecken der 4 Servokabel wird sonst zu einer mühseligen Fummelei.

Sobald mit den Kabeln alles klar ist kann man die Tragflächen per Steckungsrohr und 2 Kunststofflaschen am Rumpf befestigen und mit je 2 Schrauben sichern.

Hier noch ein kurzer Blick auf das herstellerseitig recht scale ausgestattete Cockpit.
Der von mir gewählte Motor wurde mittels Rückwandbefestigung an den Motorspant geschraubt, die vorhandenen Löcher passten allerdings nicht - es mußten vier neue gebohrt werden.

Ein kurz durchgeführer Testlauf mit dem im Bausatz enthaltenen 8 X 6 Dreiblattprop und Spinner war leider nicht zufriedenstellend - ein derart unwuchtiges System würde sich wohl nicht lange in der Luft halten.

Abhilfe brachte schließlich ein 9 X 7 Master Dreiblatt-Prop, der jetzt schön leise schnurrende Antriebsstrang zieht damit beruhigende XX A.
CTLS Ultralight - Foto 08
CTLS Ultralight - Foto 09 Zur Adaptierung des Schwimmergestells wurde das aufgerüstete Modell in die Waage gestellt, Rumpflängsachse und Schwimmeroberkante parallel zueinander ausgerichtet und die optimale Position der Schwimmerstufe in Bezug zum Modellschwerpunkt ermittelt.

Es mussten dazu die vorderen Befestigungspunkte um 70 mm und die hinteren Befestigungspunkte um 35 mm auf den Schwimmern versetzt werden.
Der hintere Schwimmer-Befestigungsbügel konnte somit unverändert statt dem Original-Hauptfahrwerk im CTLS-Rumpf eingesetzt werden.

Der vordere Befestigungsbügel passte leider rumpfseitig überhaupt nicht und mußte aus 2,5 mm Stahldraht neu angefertigt werden.

Das nicht mehr benötigte Bugfahrwerk wanderte dagegen in die schon bekannte Reste-Kiste.
CTLS Ultralight - Foto 10
CTLS Ultralight - Foto 11 Das originale Bugfahrwerk (mit integriertem Lenkservo) wurde entfernt und der Aufnahmeschacht mit einer 54 X 37 mm großen Abdeckplatte aus 2 mm Sperrholz verschlossen.

Darauf konnte der vordere Schwimmerbefestigungsbügel mittels einer selbst angefertigten Alulasche verankert werden.
Für den ersten Start wurde ein 3S 1300 mAh Akku in das fertig aufgerüstete Modell gepackt und der Schwerpunkt auf 60 mm hinter die Flügelvorderkante gelegt.

Da es in der Anleitung keine Empfehlung gibt, wurden vorerst (gefühlsmäßig) folgende Ruderausschläge eingestellt: Quer 15 mm, Höhe 12 mm, Seite 25 mm, Klappen 10/17 mm.
CTLS Ultralight - Foto 12
CTLS Ultralight - Foto 13 Der Jungfernflug wäre eigentlich zum Saisonstart 2017 am 06. März am Ratzersdorfer See geplant gewesen, wurde aber aufgrund sehr starker Windböen doch lieber verschoben.

Nach St. Pölten kam das Modell eine Woche später aber trotzdem - und zwar als Ausstellungsobjekt bei der Wunderwelt Modellbau.
Auch am 02.04.2017, beim nächsten Treffen in St. Pölten, war die Windsituation leider nicht viel besser - es wurden Böen mit bis zu 28 km/h gemessen.

Ich riskierte trotzdem zwei Flüge und war beeindruckt, wie tapfer der leichte Schäumling den heftigen Windböen trotzte.

Mit gesetzten Landeklappen und steifem Gegenwind reduzierte sich im Landeanflug die Geschwindigkeit über Grund auf nahezu Schritt-Tempo.
CTLS Ultralight - Foto 14
CTLS Ultralight - Foto 15 Da der Fotograf zur gleichen Zeit seine Seabee durch die unruhige Luft scheuchte, existieren vom Erstflug gar keine Fotos - dieses Versäumnis wird aber bei der nächstbesten Gelegenheit aus der Welt geschafft.

Ruderausschläge und Schwerpunkt konnten jedenfalls ohne Nachjustierung bedenkenlos übernommen werden.

Die Manövrierbarkeit auf dem Wasser ist für ein einmotoriges Schwimmerflugzeug ohne Wasserruder auch ganz passabel.
Technische Daten:

Spannweite: 1200 mm
Länge: 900 mm
Startgewicht mit Schwimmern: 1300 g
Motor: Turnigy D3530/14 / 1100 kV
Steller: Hobbywing 40 A, BEC
Prop: 9 X 7 Master Dreiblatt
Akku: 3 Zellen 1800
Empfänger: TFR-6 2,4 GHZ FASST
Servos: 6 x 9g

Bausatz bei Hepf zum Preis von 159,- EUR und
Schwimmer bei D-M-T zum Preis von 29,90 EUR erhältlich!
CTLS Ultralight - Foto 18
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