Baubericht: Graupner Taxi III auf Schwimmern
von Johann Prachinger, Mai 2006   zurück zur Übersicht
Bausatzhersteller: Graupner Fertigungsgrad: ARF
Taxi III - Foto 01 Das Graupner Taxi III habe ich eigentlich schon im Herbst 2002 bestellt um damit am Grundlsee-Treffen 2003 teilzunehmen. Leider wurde das Modell inkl. Schwimmerbausatz erst einige Tage nach diesem Treffen geliefert. Zur großen Freude der Kartonhersteller kommt die 160 cm spannende Tragfläche ungeteilt in einem Stück!

Da ich inzwischen begonnen hatte, zwei andere Modelle nach Plan aufzubauen und mit selbstgebauten Schwimmern auszurüsten, verzögerte sich die Taxi-Montage noch um einige Monate. Wie bei ARF-Modellen üblich läßt sich die komplette Montage an ein paar Wochenenden bewerkstelligen.
Entgegen der Bauanleitung ist eine gleichzeitige Verwendung von Standardservos in Rumpf und Tragfläche nicht möglich, die Abtriebshebel würden sich gegenseitig behindern, mit Miniservos klappt das aber recht gut.

Der optional erhältliche Schwimmerbausatz (ABS mit Styro-Kern) ist genau auf das Modell abgestimmt und enthält auch alle notwendigen Befestigungsteile. Die vordere Montage des Schwimmergestells am Motorspant mit integrierter Bugfahrwerksaufnahme wird elegant mit einem T-Stück gelöst. Das Wasserruder wird über eine Litze angelenkt, das zugehörige Stellservo ist direkt in den Schwimmer einglassen.

Taxi III - Foto 02
Taxi III - Foto 03 Nachdem das Modell endlich fertiggestellt war und zum Jungfernflug starten sollte, stellte sich heraus daß es mit der standardmäßigen Motorisierung (Speed 700 BB Turbo Neodym) und 10 Zellen zwar mit Mühe auf Stufe kam, aber leider kein Abheben möglich war.

Der nächste Versuch erfolgte mit 12 Zellen: Nach einer endlos langen Startstrecke hob das Flugzeug endlich ab, austrimmen, erste Kurve - aber oh weh, die Querruder liefen verkehrt herum - völlig geschockt setzte ich das Modell hart aufs Wasser - Schwimmeraufhängung verbogen, sonst keine Beschädigungen, Glück gehabt.

Seit diesem Erlebnis werden meine Ruderchecks wieder etwas gewissenhafter ausgeführt und besonders auf Ausschlagsrichtung und Stellkraft geachtet. Um die erforderliche Leistung für den Wasserstart auszuloten wurden beim nächsten Startversuch 14 Zellen - um unter 3 kg Abfluggewicht zu bleiben allerdings nur mit 1300 MAH - reingepackt.

Damit war endlich ein rasanter Wasserstart möglich, leider reichte der Akku nur für knapp 2 (!) Minuten Flugzeit. Die Lösung war schließlich ein Brushless-Antrieb (AXI 2820/10) der außer dem besseren Wirkungsgrad auch eine Gewichtseinsparung von 210 g brachte.
Taxi III - Foto 04
Taxi III - Foto 05 In Verbindung mit 10 Zellen 2400 waren nun kraftvolle Wasserstarts und Flugzeiten von 7 - 8 Minuten möglich. Leider begann bereits beim dritten Flug der Axi plötzlich fürchterlich zu vibrieren und das Modell mußte sofort gelandet werden.

Die Ursache konnte ich nicht ausfindig machen: Motor und Motorträger waren fest verschraubt, probeweise verschiedene Propeller montiert, andere Drehzahlsteller angeschlossen, es blieb dabei, der Motor begann ab ca 1/3 Leistung grauenvoll zu vibrieren und mußte aus dem Modell entfernt werden.
Bei Conrad entdeckte ich schließlich einen Brushless-Motor der von den Leistungsdaten ungefähr passen sollte, außerdem kostete der nur 50 EUR!!! Der neue Motor Conrad B-36 40/09 wurde eingebaut und erledigte seine Aufgabe zu meiner vollsten Zufriedenheit.

Aber leider wieder nur für ein paar Flüge lang: Im Geradeausflug mit Halbgas schmierte das Taxi III Ende September 2005 aus ca 15 - 20 m Höhe urplötzlich pfeilgerade nach unten ab und krachte hart aufs Wasser.
Taxi III - Foto 06
Taxi III - Foto 07 Die Schadensanalyse ergab Risse in der Rumpfstruktur, Motorhaube eingerissen, Kabinendeckel abgesoffen, Schwimmeraufhängung verbogen und natürlich die ganze Elektronik schön naß. Der Brushless-Motor von Conrad wanderte danach gleich in die Seawind (und da blieb er bis heute) weil ich den dafür vorgesehehen Himark einfach nicht zum Laufen brachte.

Der eingeweichte Drehzahlsteller (Virtuoso, 70 A) war interessanterweise nach dem Trocknen wieder einsatzbereit, ein robustes Teil das man wirklich empfehlen kann.
Über den Winter 2005/2006 wurden alle Schäden behoben, ein neuer Motor Conrad B-36 50/09 (gleicher Durchmesser aber längeres Gehäuse) geordert und zur Saisoneröffnung das "Wasser-Taxi" wieder startklar gemacht: Endlich klappte alles so wie ich es mir von Anfang an gewünscht hätte!

Mit diesem Setup ist das Modell bis heute erfolgreich unterwegs.
Taxi III - Foto 08
Taxi III - Foto 09 Zu erwähnen ist auch noch, daß der schwere Holzrumpf des Taxi III und auch die ABS-Schwimmer hinsichtlich Materialstärke und Stabilität eigentlich für Verbrenner-Modelle ausgelegt sind und diese Teile daher das Startgewicht für ein reines Elektro Modell unnötig hoch werden lassen.

Fliegerisch ist das Taxi III als gutmütiger Querruder-Trainer einzustufen, Landungen auf dem Wasser sind ein Vergnügen, so ist es z. B. kaum möglich, das Modell bei einer "normalen" Landung zum Springen zu bringen.
Technische Daten:

Spannweite: 1600 mm
Länge: 1280 mm
Startgewicht: 2800 g (inkl. Schwimmer)
Motor: Conrad B-36 50/09
Drehzahlsteller: Virtuoso 70 3P /BEC
Prop: 10 X 7 APC
Akku: 10 Zellen Sanyo 2400 NiCd
RC: Quer, Höhe, Seite/Wasserruder, Motor
Taxi III - Foto 10

 

Bauberichte-Übersicht