Baubericht: "DHC-2 Beaver" auf Schwimmern
von Johann Prachinger, August 2008   zurück zur Übersicht
Bausatzhersteller: E-Flite Fertigungsgrad (Modell) : ARF
Beaver - Katalogfoto Eine für Wasserflieger höchst interessante Neuheit zu Jahresbeginn 2008 war zweifellos die 1735 mm spannende, mit einem sehr ansprechenden Finish versehene DHC-2 Beaver von E-Flite.

D2Air, ehem. Elektroflug-Spezialist aus Wien, hatte beim Vertrieb die Nase vorn und konnte das Objekt der Begierde - lange vor allen anderen Händlern - bereits im April liefern.
Das für bürstenlose Elektro-Antriebe ausgelegte Modell der Platinum-Serie legt auch gleich die Latte für Flugmodell-Hersteller sehr hoch hinsichtlich Vorfertigung und Ausstattung: die ganze Konstruktion ist extrem leicht, aber doch mit effizienten Verstärkungen an allen kritischen Stellen.

Sämtliche Ruder sind bereits anscharniert, alle Ruderhörner sind montiert, die Ruderflächen haben die gleichen Sicken wie das große Vorbild. Seiten- und Höhenruder werden von innen angelenkt, weder Ruderhörner noch Bowdenzüge sind von außen sichtbar.
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Beaver - Foto 03 Das geschmackvolle, mehrfarbige Oracover-Finish erfreut das Auge des Scale-Fans, nicht eine einzige Falte oder Blase konnte in der Bespannung gefunden werden. Auch Räder und sämtliche Kleinmaterialien für den RC-Einbau liegen bei.

Als besonderes Gimmick legt E-Flite noch einen kompletten Cockpit-Ausbausatz und ein verchromtes Schwimmergestell in den Karton.
Die Montage des Modells ist anhand der englischsprachigen, gut strukturierten und mit zahlreichen Fotos versehenen Bauanleitung innerhalb weniger Stunden zu bewerkstelligen. In jedem Abschnitt wird genau beschrieben welche Teile zu verbauen sind, welches Werkzeug man dazu benötigt und welche Klebstoffe einzusetzen sind. Achtung, Schrauben und Muttern haben bei diesem Bausatz selbstverständlich Zoll-Abmessungen und Zoll-Gewinde. Einen passenden Inbus-Schlüssel kann man sich relativ leicht selbst anfertigen indem man den nächst größeren metrischen Schlüssel etwas mit der Feile bearbeitet. Beaver - Foto 04
Beaver - Foto 05 Da ich mich dazu entschlossen hatte eine reine Wasserflug-Version zu bauen, war für mich der erste Arbeitsschritt statt der Fahrwerksmontage die Installation von Antriebsmotor und Cowling. Ich wählte den Brushless-Motor Power 32 vom gleichen Hersteller, welcher mittels Rückwandbefestigung nur auf die beiliegenden Abstandsbolzen geschraubt werden mußte.

Falls man die beiliegende Sternmotoren-Attrappe (ABS-Tiefziehteil) einsetzt, hat man eigentlich keinen Zugriff zur herstellerseitig vorgesehenen innenliegenden Verschraubung der Motorhaube.
Da ich aber auf die Sternmotoren-Optik nicht verzichten wollte verwendete ich nach alter Väter Sitte 4 außen liegende Schrauben und leimte als Gegenlager 4 Hartholz-Klötzchen an den Motorspant.

Motorspant, Akkuschacht und alle Innenflächen des Rumpfes - soweit zugänglich - wurden mit Porenfüller zum Schutz gegen Feuchtigkeit oder eventuell eindringendes Wasser versiegelt.
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Beaver - Foto 07 Als nächster Arbeitsschritt wurden in jede Tragflächenhälfte 2 Servos (1 x Querruder, 1 x Landeklappe) eingesetzt, wobei die Servoabdeckungen gleichzeitig als Servoträger dienen. Danach konnten schon beide Flügelhälften mittels eingeschobener Sperrholz-Holmbrücke miteinander verleimt werden.
Es folgte das Einsetzen und Verkleben von Höhen- und Seitenleitwerk, wobei in der Bauanleitung die Entfernung der Folie an den Klebestellen mittels Lötkolben empfohlen wird, ein guter Praxis-Tipp den sich besonders Grobmotoriker am Balsamesser merken sollten.

Rechts im Bild sieht man auch die später durch den Heckabschluß verdeckte Anlenkung des Höhenruders.
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Beaver - Foto 09 Das Heckrad und dessen Anlenkung konnten bei meiner Wasserflug-Version ersatzlos gestrichen werden, ich freute mich endlich etwas Gewicht einsparen zu können. Der "Heck-Bürzel" aus GFK ist mit 4 kleinen Schrauben befestigt damit die verdeckten Anlenkungen von Seiten-und Höhenruder zugänglich bleiben. Im Rumpf wurden 2 16 mm Servos von GWS verbaut, sie passen genau in die vorhandenen Ausschnitte.
Parallel zu den Montagearbeiten habe ich ein Paar Schwimmer in Balsaholzbauweise erstellt weil mir die vom Hersteller angeboteten GFK-Schwimmer zu schwer schienen und - wie man auf einigen Videos beobachten konnte - auch enorm viel Spritzwasser erzeugen.

Der Aufbau der Schwimmer erfolgte im Prinzip auf die in diesem Baubericht beschriebene Weise, allerdings wollte ich zur Abwechslung einmal einen trapezförmigen statt des bisher runden Querschnitts. Dazu mußte ich alle Querspanten neu zeichnen.
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Beaver - Foto 11 Ich spielte kurz mit dem Gedanken, ein vorbildähnliches Schwimmergestell zu bauen, entschied mich dann aber doch für das schon dem Bausatz beiliegende "Zweck-Gerüst", weil sonst sämtliche Aufhängungspunkte im Rumpf neu bestimmt und verstärkt hätten werden müssen.

Dies hätte zu einem erheblichen Gewichtszuwachs geführt und auch der vorgegebene Akkuschacht hätte nicht mehr verwendet werden können.
Um die hier fehlende Vorbildähnlichkeit etwas zu kompensieren passte ich das Schwimmer-Design möglichst exakt dem Flugzeug-Finish an.

Die Balsaholz-Oberfläche der Schwimmer wurde mit Porenfüller versiegelt, danach mit Parkettlack eine Papierbespannung aufgebracht, abschließend mit Füller grundiert und mit Acryl-Lack endlackiert. Die Farb-Dekors entstanden aus Oracover Klebefolie.
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Beaver - Foto 13 Nach Einsetzen der Cockpitverglasung und der Seitenscheiben wurde das Modell erstmals komplett aufgerüstet.

Die Flügelstreben werden mit je 2 Holzschrauben befestigt, eine Lösung mit der ich nicht ganz glücklich bin - vielleicht fällt mir dazu noch eine bessere ein. Alle Ruderausschläge wurden auf die Mitte des angegebenen Bereichs eingestellt.

Mit einem 370 g schweren 4-Zeller im Akkuschacht und einem 800 mAh Empfängerakku richtete ich den Modellschwerpunkt auf ca 63 mm hinter der Flügelnase ein.
Das Abfluggewicht der Wasserflug-Beaver pendelte sich bei höchst erfreulichen 2670 g ein wobei sich der Anteil beider Eigenbau-Schwimmer auf 320 g beläuft.

Der Jungfernflug am 03. Mai 2009 am Ratzersdorfer See klappte erst beim zweiten Anlauf, die APC 12 x 8 Luftschraube erzeugte aufgrund ihres Durchmessers zu viel Spritzwasser und wurde durch eine Varioprop Dreiblatt mit 10,9 Zoll Durchmesser und einer auf 8 Zoll eingestellten Steigung ersetzt.

Nach dem Start mußten einige Zacken auf "hoch" getrimmt werden, man kann also den Schwerpunkt noch um einige mm zurückverlegen.
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Technische Daten:

Spannweite: 1735 mm
Länge: 1090 mm
Startgewicht: ca 2670 g
Motor: E-Flite Power 32
Steller: Mystery 80 A, Opto
Prop: Varioprop 10,9 X 8 Dreiblatt
Akku: 4 Zellen 3200
Empfänger: Spektrum AR-7000
Servos: 2 X GWS Park, 2 X GWS IQ-200 MG, 2 X Robbe 16g BB

 

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