Baubericht: Robbe "Air-Beaver"
von Johann Prachinger, Juni 2012   zurück zur Übersicht
Bausatzhersteller: Robbe Fertigungsgrad: ARF
Robbe Air Beaver - Katalogfoto Als Neuheit 2012 brachte Robbe diese sehr scale wirkende Beaver aus Schaumstoff heraus.

Mit dem getrennt erhältlichen Schwimmer-Bausatz kann das Modell zum Wasserflugzeug umgerüstet werden.

Aufmerksame Beobachter haben natürlich längst herausgefunden daß diese Edel-Schaumwaffel von ST-Model in China hergestellt wird.

Ende Mai/Anfang Juni 2012 tauchte dann tatsächlich der Bausatz in den ersten Online-Shops auf und ich entschloß mich zu einer Bestellung.
Geliefert wird die Beaver in einem sehr schmucken Karton. Der ARF-Bausatz enthält erfreulicherweise alles außer Empfänger und Antriebsakku.

Die im Vergleich zu anderen Herstellern preislich sehr günstig liegenden Schwimmer kommen in einem neutralen weißen Karton, in dem man auch das komplette Schwimmergestell und Finlets für das Höhenleitwerk findet.

Eine Anleitung liegt der Schwimmer-Packung nicht bei - die findet man im Karton der Beaver oder kann sie auch als Pdf-Datei hier downloaden.
Robbe Air-Beaver - Foto 02
Robbe Air-Beaver - Foto 03 Da meine Beaver ausschließlich für Wasserflugeinsatz vorgesehen ist wurden auch gleich Schwimmer bestellt.

Der Zusammenbau von Modell und Schwimmern ist eine reine Montagearbeit laut Anleitung und erfolgt völlig ohne Klebstoff.

Das Schwimmergestell besteht aus den 2 Querstreben und 8 Stützstreben. Damit werden die Schwimmer sehr vorbildgetreu an den vorbereiteten Befestigungspunkten am Rumpf verschraubt.

Eine Kennung aus Zahlen und Buchstaben sorgt dabei für die richtige Zuordnung.
Die Montage des Modells ist also problemlos innerhalb weniger Stunden zu bewerkstelligen.

Als Triebwerk kommt ein kräftiger Außenläufer der 120 g Klasse mit 850 Umin/V vom Typ "China-Klingel" - gespeist von einem 3S 2200er Lipo - zum Einsatz.

Robbe Air-Beaver - Foto 04
Robbe Air-Beaver - Foto 05 Vor den Motor hat der Hersteller - zwecks Scale-Optik - eine 8-Zylinder Sternmotorattrappe aus Kunststoff gesetzt.

Der Abstand zwischen den Zylindern wurde so groß bemessen daß noch ausreichend Kühlluft durchstreichen kann.
Eine etwas altmodische Lösung hat man zur Ansteuerung der Landeklappen gewählt:

Diese erfolgt über Bowdenzüge mit Stahldrähten, welche in den Gestängeanschluß eines Zentralservos im Rumpf geklemmt werden.

Das spart zwar ein Servo, hat aber den Nachteil daß die Anlenkung der Landeklappen bei jedem Aufrüsten des Modells neu einjustiert werden muß.

Ob sich dies im rauhen Alltagsbetrieb bewährt bleibt abzuwarten.
Robbe Air-Beaver - Foto 06
Robbe Air-Beaver - Foto 07 Auf ungewöhnliche Art und Weise erfolgt auch die Anlenkung der beiden Wasserruder an den Schwimmern:

Ein Lenkhebel an der nach unten verlängerten Seitenruderachse überträgt dessen Ausschlag über Nylonschnüre auf die Wasserruder.
Für die Rückstellung sorgt ein Gummizug.

Die damit erzielbaren Ausschläge an den Wasserrudern sind allerdings deutlich kleiner als der Seitenruderausschlag, reichen aber gerade noch zum Manövrieren auf dem Wasser.

An den Schwimmern fällt noch auf daß man ihnen nur an den Außenseiten zur Beaver passendes Dekor spendiert hat - die Innenseiten bleiben weiß. Um das zu beheben kann man sich z. B. aus Orastick Klebefolie selbst entsprechende Teile zuschneiden.
Robbe Air-Beaver - Foto 08
Robbe Air-Beaver - Foto 09 Der in der Anleitung angegebene Klappenausschlag von 25 mm ist mit den Vorgaben des Herstellers nicht zu erreichen - dazu ist der Stellhebel am Servo zu kurz.

Aber auch mit den ohne Änderungen erzielbaren 20 mm Ausschlag sind die Landeklappen schon sehr wirksam. Der Empfehlung, den Landeklappen etwas Tiefenruder beizumischen, sollte man folgen - das Modell bäumt sich sonst beim Setzen der Landeklappen unschön auf.

Der genaue Mischanteil ist aber stark abhängig vom Fabrikat der Fernsteuerung und sollte daher am besten selbst erflogen werden.
Die von der Rumpfunterseite zugängliche Akkuklappe wird mit einem Kunststoffteil verriegelt.

Dreizellige 2200er Lipopacks passen exakt in den Akkuschacht und sorgen gleichzeitig für eine korrekte Schwerpunktlage.

Die Tragfläche ist zweiteilig und wird von CFK-Rohren und selbst einrastenden Schnappverschlüssen am Rumpf gehalten.
Robbe Air-Beaver - Foto 10
Robbe Air-Beaver - Foto 11 Der vom Hersteller mitgelieferte 12 X 6 Zweiblattprop mit dem riesigen Chromspinner bremst leider die Scale-Optik der Beaver etwas ein.

Als Abhilfe griff ich ganz tief in die Hobbykasse und spendierte dem Modell eine edle 10,4 Zoll Dreiblatt von Ramoser.
Auf eine Steigung von 6 Zoll eingestellt genehmigt sich der Motor damit 25 Ampere woraus eine Eingangsleistung von knapp 280 W resultiert.

Eine Messung mit dem zweiblättrigen Originalpropeller ergab dagegen eine Stromaufnahme von 28 Ampere.
Robbe Air-Beaver - Foto 12
Robbe Air-Beaver - Foto 13 Damit während des Startlaufs möglichst wenig Spritzwasser in den Propeller gerät sind auf den Innenseiten der Schwimmer im vorderen Bereich herstellerseitig schon Spritzabweiser montiert - sehr pfiffig!

Die laut Anleitung zwischen Schwimmern und Streben anzubringenden "Abspannseile" sind bei solidem Flugstil nach meiner Einschätzung sicher nicht nötig und blieben daher im Karton.
Fliegerisch stellt die Beaver keine großen Anforderungen - wer Erfahrung mit dreiachsgesteuerten Modellen hat kommt damit auf Anhieb klar.

Ruderausschläge und Schwerpunkt wurden laut Anleitung eingestellt. So gestaltet sich der Erstflug am 16. Juni 2012 als reiner Routine-Job:

Schon nach wenigen Metern kommt das Modell auf Stufe, hebt ab und steigt zügig in den blauen Sommerhimmel. Alles passt perfekt - es sind keinerlei Trimmkorrekturen nötig.

Fazit: Robbe`s Wasserflug-Neuheit hat durchaus das Zeug zum Sommerhit 2012!
Robbe Air-Beaver - Foto 14
Robbe Air-Beaver - Foto 15
Technische Daten:

Spannweite: 1520 mm
Länge: 960 mm
Startgewicht: 1440 g
Motor: BL Outrunner
(850 U/min/V)
Steller: 40 A BEC
Prop: Ramoser 10,4 Dreiblatt
Akku: 3S 2200
Empfänger: Futaba 2,4 GHZ
Servos: 5 X Micro


 

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