Montagebericht: Decathlon 46 auf Eigenbau-Schwimmern
von Johann Prachinger, April 2016   zurück zur Übersicht
Hersteller: Hobby King Fertigungsgrad: ARF
Decathlon 46  - Foto 01 Die ca 1,6 m große Decathlon in ARF-Holzbauweise hat schon bei ihrem ersten Erscheinen im Online-Shop von Hobby King mein Interesse geweckt.

Als sie bei den "Cyber-Days" im November 2015 plötzlich zum halben Preis angeboten wurde, ergriff mich das Schnäppchenfieber und ich schlug sofort zu.
Wie bei Hobby King üblich wird der Bausatz in einem unauffälligen, braunen Karton geliefert.

Lediglich ein bunter Aufkleber im A4-Format zeigt ein Foto des enthaltenen Modells und dessen Eckdaten.

Alle Teile sind sorgfältig in Folie gepackt und mit Klebeband gesichert.

Statt einer gedruckten Anleitung liegt allerdings eine CD mit einer Pdf-Anleitung bei.
Decathlon 46 - Foto 02
Decathlon 46 - Foto 03 Der Kartoninhalt inklusive selbst gedruckter Anleitung - aufgelegt zu einer ersten Inspektion.

Antrieb und RC-Komponenten müssen vom Käufer/Piloten noch selbst organisert werden.

Die Montage des ARF-Modells laut Bauanleitung inklusive Einbau von Antrieb und Fernsteuerung ist von durchschnittlich begabten "Handwerkern" an zwei bis drei Abenden zu bewerkstelligen.

Thema dieses Berichts sollen aber in erster Linie die zur Wasserflug-Umrüstung nötigen Änderungen sein.
Diese Komponenten sollen verbaut werden:

Brushless Aussenläufer Joker 3548-04 1080 kV, 60A BEC-Steller, TR6 2,4 GHZ FASST Empfänger, 2 Stück 16g-Servos an den Querrudern, 2 Stück 30g-Servos im Rumpf.

Auch das selbst angefertigte Servobrettchen für die Unterbringung der Rumpfservos in Schwerpunktnähe ist bereits mit auf dem Bild.
Decathlon 46 - Foto 04
Decathlon 46 - Foto 05 Da mir für dieses Modell ein leichtes 3S-Setup vorschwebte, wollte ich die in der Bauanleitung vorgegebene Heck-Anordnung von Seiten- und Höhenruderservo auf keinen Fall übernehmen.

Aus diesem Grund mußte ich auch 2 Kunststoff-Bowdenzüge im Rumpf verlegen, was aber dank guter Zugänglichkeit kein Problem darstellte.

Das im Bausatz enthaltene, aus 2 Alubügeln bestehende Hauptfahrwerk konnte- nach Anpassung der Spurbreite auf ca 36 cm - als vordere Schwimmerbefestigung verwendet werden.
Als hintere Befestigung passte wieder ein Alu-Fahrwerksbügel aus dem Sortiment von Lindinger.

Vor den hinteren Kabinenspant leimte ich eine Grundplatte aus 2 x 3 mm Sperrholz und 2 seitlichen Abstützungen als Fundament für zwei M3 Einschlagmuttern ein.

Danach konnte der hintere Schwimmerbefestigungsbügel bequem von außen mit zwei M3 Schrauben befestigt werden.
Decathlon 46 - Foto 06
Decathlon 46 - Foto 07 Der dem Bausatz beiliegende Sperrholz-Motorträger sah eine Frontmontage des Brushless-Motors vor.

Bei montierter Motorhaube wäre dann allerdings die Propellernabe um ca 15 mm zu weit hinten - eine Fehlplanung des Herstellers?

Da dieser Motorträger ohnehin keinen besonders vertrauenerweckenden Eindruck bei mir hinterließ, entschied ich mich hier für eine andere Lösung.
Zur Anwendung kam letztendlich die vielfach bewährte Methode mit den vier Gewindestangen.

Dazu bohrte ich vier neue Löcher mit den vom Befestigungskreuz vorgegebenen Abmessungen in den Motorspant.

Anschließend wurden der Motorspant und der gesamte Rumpfinnenraum - soweit zugänglich - mit Porenfüller versiegelt - sehr zu empfehlen bei Wasserflugmodellen.
Decathlon 46 - Foto 08
Decathlon 46 - Foto 09 Problemlos gestaltete sich das Einkleben von Höhen- und Seitenleitwerk. Hier passte alles sofort winkelig und korrekt, ohne jede Nacharbeit.

Mit dem Ausschneiden von zwei Durchbrüchen für die Bowdenzüge waren die Arbeiten im Heckbereich auch schon wieder abgeschlossen.

Das Spornrad - völlig unnötiger Ballast bei einem Schwimmerflugzeug - wurde erst gar nicht montiert und wanderte gleich in die Restekiste.
Eine erste Anprobe der Tragflächen ergab, dass der Hersteller die Führung für das Steckungsrohr mit leichtem Versatz im Rumpf eingeklebt hatte, wodurch sich an beiden Flächenanschlüssen unschöne Spalten offenbarten.

Das Führungsrohr wurde daher vorsichtig gelöst und die beiden Öffnungen im Rumpf mit der Rundfeile auf jeder Seite um gut einen Millimeter nachbearbeitet.

Danach wurde das Rohr mit aufgesteckten Flächen neu eingepasst, mit kleinen Sperrholzstreifen verkeilt und schließlich unter Zugabe von einem 3 mm Sperrholzring auf jeder Seite wieder eingeklebt.
Decathlon 46 - Foto 10
Decathlon 46 - Foto 11 Das seitliche "Fensterglas" ist so dünn wie Bespannfolie, das ist für die Strukturfestigkeit der Flugzeugkabine nicht gerade förderlich.

Sollte hier einmal eine Scheibe einreißen, werde ich mit stärkerem Material nachbessern.

Die tiefgezogene Frontscheibe macht dagegen einen sehr stabilen Eindruck - sie kann zum Akkutausch abgenommen werden.
In bewährter Depron-Bauweise - wie in diesem Workshop beschrieben - wurden die Schwimmer der Decathlon aufgebaut.

Miteinander verbunden sind sie über 2 Querstabis aus 4 mm Stahldrähten in CFK-Rohren.

Für eine widerstandsfähige Oberfläche erhielten die Oberseiten eine Papierbespannung mit reichlich Parkettlack und die Laufflächen eine Beglasung mit 25g-Matte vor der endgültigen Lackierung.
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Decathlon 46 - Foto 13 Mit der bekannten "Papierstreifen-Methode" wurden die vier kleinen Befestigungsbohrungen exakt auf die GFK-Motorhaube übertragen.

Für eine gute Motorkühlung habe ich in die Stirnseite der Haube noch die bei der Originalmaschine vorhandenen seitlichen Lüftungsöffnungen gefräst.
Nicht ganz glücklich war ich mit der vom Hersteller vorgesehenen Befestigung der Flügelstreben mittels flexibler Laschen und Holzschrauben - sowohl flächenseitig als auch rumpfseitig.

Meine "Schnellbefestigungs-Lösung": Kunststoffgabelköpfe an den Streben und kleine Alu-Laschen im Rumpf.

Da ja eine "schnelle Trennstelle" reicht, wurden die flächenseitigen Verschraubungen der Streben beibehalten.
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Decathlon 46 - Foto 15 Dieses Foto zeigt eine erste Anprobe der fertig lackierten Eigenbau-Schwimmer.

Die Lackierung aus der Spraydose klappte wieder einmal nicht gleich beim ersten Versuch - ein paar dicke Lacktränen brachten mich an den Rand der Verzweiflung...

Im zweiten Durchgang wurden dann die gelben Dekorflächen auflackiert - zum Glück ließ sich damit das Malheuer fast gänzlich kaschieren.

Die dunkelblauen Zierstreifen schnitt ich aus zum Farbton passender Orastick-Klebefolie.
Das Abfluggewicht inklusive 3S 4000er Akku pendelte sich schließlich bei für ein 160 cm Schwimmerflugzeug in Holzbauweise sehr erfreulichen 2460 g ein.

Beim obligaten Motortestlauf wurden 42 A Stromaufnahme gemessen - damit stehen ca 460 W an Eingangsleistung zur Verfügung.

Nach Einstellen der Ruderausschläge und Überprüfung der Schwerpunktlage ist die Decathlon nun startklar zum Erstflug.

Dieser sollte zum Wasserflug-Saisonstart 2016 am Ratzersdorfer See stattfinden.
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Decathlon 46 - Foto 17 Wegen heftigem Wind und unangenehm kühler Temperatur musste allerdings dieses Treffen zwei Mal verschoben werden.

Erst am 03. 04. 2016 gab es akzeptable Flugwetterbedingungen und das Modell konnte sich endlich in die Lüfte erheben.

Nach dem ersten Flug wurde die Schwerpunktlage nachjustiert, indem der Akku um 1 cm nach vor geschoben wurde.

Damit liegt das Modell wunderbar stabil in der Luft und verhält sich total unkompliziert bei Starts und Landungen - so soll es sein!
Technische Daten:

Spannweite: 1592 mm
Länge: 1100 mm
Startgewicht: 2460 g
Motor: Joker 3548-04 (1080 K/V)
Steller: Hobby King 60A ESC 4A UBEC
Prop: 12 X 6 APC
Akku: 3 Zellen 4000
Empfänger: TFR6 FASST 2,4 GHZ
Rumpf-Servos: 2 Hitec HS-225MG für HR, SR
Flächen-Servos: 2 X MEX-13


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