Eigenbau-Schwimmer aus EPP
von Stephan Prisching, April 2011   zurück zur Übersicht
Bauplan: epp_schwimmer_plan.jpg Fertigungsgrad: Selbstbau
Meine EPP Ripmax MX-2 wurde auf Wasserflug umgebaut, damit ich endlich auch im Wasser meinem Flugspaß nachgehen kann. Die Maschine ist nicht mehr neu, hat einige Reparaturen hinter sich und daher auch im Gewicht zugelegt - mit Landfahrwerk hat sie 1.270g. Da das Flugzeug komplett aus EPP gefertigt ist, wollte ich aus dem gleichen Material die Schwimmer selbst bauen.
EPP-Schwimmerbau - Foto 01 Erfahrung mit einem Schneidbogen habe ich schon, aber auch wer das noch nie gemacht hat, wird es leicht nachvollziehen können. Das EPP ist in Österreich nicht leicht zu bekommen, ich habe es von www.epp-versand.de

Den Plan für die Schwimmer habe ich in Corel gezeichnet, die Form ist ein Mix aus verschiedenen Vorbildern. Mit ein paar Excel - Übungen hab ich zuerst das Volumen berechnet. Ausgehend von einer Länge 60cm und einer Breite von 7cm mit Höhe 6,5 cm kam ich auf eine Verdrängung von ca 1,6l. Das entspricht eine Verhältnis von Modellgewicht zu Verdrängung beider Schwimmer 1:2,5 … ein Wert, der einen sicheren Betrieb gewährleisten sollte - also los geht's.

Der Umriss wurde auf 200g Papier ausgedruckt, ausgeschnitten und mit Pins auf 40mm dicke EPP Platten befestigt. Zuerst ist die Unterseite mit 15° Schräge dran, dazu habe ich den Schneidbogen einfach schräg montiert.
Nach insgesamt 4 Teilen (zwei natürlich mit umgedrehter Schablone) kann man je 2 Teile mal zusammenhalten: die Passgenauigkeit ist perfekt! EPP-Schwimmerbau - Foto 02
EPP-Schwimmerbau - Foto 03 Dann hab ich mit ein paar UhuPor Tropfen die Hälften behelfsmäßig zusammengeklebt und die Form der Seitenkanten auf Balsa übertragen und mit ein paar Tropfen Superkleber mittig angeklebt.
Zum Schneiden dreht man nun die Schwimmer um, damit sie plan auf der Schneideplatte aufliegen, die Balsaplatte ist hier besser geeignet als Papier, das sich verbiegen könnte. Die Seitenkanten werden mit 10° geschnitten. EPP-Schwimmerbau - Foto 04
EPP-Schwimmerbau - Foto 05 Anschließend wurde die Oberseite vorne etwas abgeflacht und dann vorne auf den Laufflächen mit dem Folienbügeleisen eine Hohlkelle von Bug beginnend ca 15cm Richtung Stufe eingeschmolzen. Bei 180°C geht das ganz gut.

Das noch heiße Folienbügeleisen einfach mit einem Tuch von den EPP Resten befreien.
Jetzt werden die Hälften wieder getrennt und CFK Blättchen für die Befestigung angefertigt. EPP-Schwimmerbau - Foto 06
EPP-Schwimmerbau - Foto 07 Mit dem Fräser wird ein Vertiefung entsprechend der CFK Dicke in eine Schwimmerhälfte eingearbeitet und dann die Teile mit PU Leim fix verklebt. Sofort nach dem Zusammenfügen werden die Klebefugen mit Kreppband abgeklebt, damit der Kleber nicht austritt. Macht man das sorgfältig, ist nach Aushärtung des Klebers keine Schleifarbeit nötig!
Damit das EPP nicht so viel Wasser aufnimmt, habe ich die Schwimmer mit Plastikspray von KontaktChemie besprüht. Das ist elastisch und einigermaßen dicht.

Nun habe ich einen Schwimmer ausgelitert und bin auf eine Verdrängung von 1,8l gekommen, also mehr als berechnet. Das Gewicht eines Schwimmers beträgt übrigens nur 26g !!!

Die Schwimmer hab ich mit zwei 5mm CFK Rohren fix verbunden (Epoxykleber). Dann hab ich das Gestell aus 2,5mm Stahldraht gebogen.
EPP-Schwimmerbau - Foto 08

Zur Befestigung des Gestells hab ich vorne die vorhandene Platte für das normale Fahrwerk verwendet und den Draht mit einer zweiten Platte einfach eingeklemmt.
EPP-Schwimmerbau - Foto 09 Hinten hab ich eine neue kleine CFK Platte im Rumpf leicht versenkt eingeklebt. Die Schwimmer sind so positioniert, dass die Stufe 10mm hinter dem Schwerpunkt liegt.

Leider muss der hintere Befestigungspunkt weit nach hinten, da unter der Fläche der Rumpf zu instabil ist.
Daher hab ich dann noch eine Diagonale gebaut, jetzt ist alles viel stabiler. EPP-Schwimmerbau - Foto 10
EPP-Schwimmerbau - Foto 11 Im Wasser liegt die Kunstflugmaschine dann hinten etwas tief, aber das Starten lief völlig problemlos.

Die Manövrierfähigkeit des Modell beim Fahren auf dem Wasser ist ohne Wasserruder ausreichend - ein Vorteil der großen Seitenruderfläche.
Im Flug ist die Maschine mit mehr Gas zu fliegen als mit dem Landfahrwerk, einfache Kunstflugfiguren konnte ich auf Anhieb ganz normal fliegen. EPP-Schwimmerbau - Foto 12
Zum Download des Bauplans hier klicken! Der Bauplan ist im Maßstab 1:1 kann durch Anklicken der Bilddatei heruntergeladen werden.
EPP-Schwimmerbau - Foto 14
Technische Daten:

Länge: 600 mm
Breite: 70 mm
Höhe: 65 mm
Gewicht: 26 g (pro Schwimmer)
Volumen: ca 1,8 l (pro Schwimmer)


Tragfähigkeit : Modelle bis ca 1,8 kg

 

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