Baubericht: "Seawind" (Electrifly/Great Planes)
von Johann Prachinger, März 2008   zurück zur Übersicht
Bausatzhersteller: Electrifly Fertigungsgrad: ARF
Seawind - Foto 01 Die sensationelle "Neuheit 2007" von
Electrifly / Great Planes, eine "Seawind" aus Formschaum in ARF-Bauweise in sehr handlicher Größe erregte erwartungsgemäß die Aufmerksamkeit vieler Wasserflieger.

In Europa mußte man sich allerdings bis zum Jahresende 2007 gedulden, dann war sie endlich auch bei uns erhältlich, z. B. im Wasserflugshop des "Himmlischen Höllein".
Blick in den geöffneten Karton - sämtliche Teile sind sorgfältig in einzelne Plastiksäckchen gepackt und gegen Verrutschen oder Herausfallen gesichert. Seawind - Foto 02
Seawind - Foto 03 Das Modell wird vorzugsweise mit einem Brushless-Antrieb der 50 - 60 g Klasse
(ca 150 - 200 W) ausgerüstet und an einem 3-zelligen LiPo-Pack betrieben.
Zweckmäßigerweise beginnt man mit der Montage des beiliegenden Modellständers aus Depron. Seawind - Foto 04
Seawind - Foto 05 Da der vom Hersteller vorgeschlagene Brushless Außenläufer "Rimfire 28-30-950" hierzulande nicht erhältlich ist und sämtliche vergleichbare Motoren ein 4-Loch Befestigungssystem aufweisen mußte der bereits im Modell eingebaute 3-Loch Motorträger etwas modifiziert werden.

Dazu verwendete ich 1 mm starkes Alublech mit dem ich den vorhandenen Motorspant aufdoppelte und danach mit 4 neuen Befestigungsbohrungen für den von mir eingesetzten Motor versah.
Ein dreiadriges Verlängerungskabel mit Goldkontakt-Steckern ist übrigens bereits im Rumpf zum Motorpylon verlegt. Seawind - Foto 06
Seawind - Foto 07 Propellernabe, Luftschraube und Spinnerkappe aus dem Bausatz paßten hingegen ideal zu meinem Brushless-Triebling und konnten sofort wie vorgesehen montiert werden.
Im Rumpfvorderteil wird ein Servobrettechen eingeklebt welches die Servos für Höhe und Seite aufnimmt und an dem wahlweise auch der Drehzahlsteller befestigt werden kann. Zur sicheren Befestigung des Antriebsakkus liegt Klettband bei. Seawind - Foto 08
Seawind - Foto 09 Etwas mühsam gestaltete sich das Ausrichten und anschließende Einkleben des Höhenleitwerks weil der vorgefertigte Aufnahmeschlitz nicht exakt waagrecht verlief.
Der Tragflügel ist eintelig ausgeführt, hier muß man nur noch das zentrale Querruderservo einsetzen und die gleichzeitig als Stützschwimmer dienenden Randbögen ankleben. Seawind - Foto 10
Seawind - Foto 11 Verwendet man die empfohlenen Micro-Servos Futaba S 3114 (3 Stück insgesamt erforderlich) passen diese exakt in die vorhandenen Aussparungen und müssen nur noch mittels der beiliegenden Gestängeanschlüsse mit den Ruderanlenkungen verbunden werden.
Auch ein Kunststoffröhrchen in das man bei Bedarf die Empfänger-Antenne einschieben kann wurde bereits vom Hersteller in die Seitenflosse verlegt. Seawind - Foto 12
Seawind - Foto 13 Für die Position von Drehzahlsteller und Empfänger gibt die Bauanleitung zwei Varianten vor, je nach Haupteinsatzgebiet des Modells (Land oder Wasser).

Da meine Seawind ausschließlich auf Wasser eingesetzt werden soll wanderten diese beiden heiklen Komponenten in den Raum unter die Tragfläche, in der Rumpfspitze sitzt lediglich der Antriebsakku, dies ist auch zum Einstellen des korrekten Schwerpunkts dringend nötig.
Mit Hilfe der mitgelieferten Schwerpunktwaage aus Depron sind diese Einstellarbeiten in kürzester Zeit erledigt. Seawind - Foto 14
Seawind - Foto 15 Ob sich die Flügelbefestigung mittels Metallschraube in der Praxis bewährt bleibt abzuwarten, das Gegenlager im Rumpf ist ein simples Holzklötzchen.
Einen guten Eindruck hinterläßt jedenfalls die fertige Pilotenkanzel welche von einem Magnetsystem am Rumpf gehalten wird und dadurch einen raschen Zugang zum Antriebsakku ermöglicht. Seawind - Foto 16
Seawind - Foto 17 Diese Detailaufnahme zeigt das am Seitenruder angebrachte Wasserruder aus ABS-Kunststoff.

Ohne dieses Ruder ließe sich das Modell auf dem Wasser sehr schlecht manövrieren.
Die "Seawind" ist startklar zum Erstflug! Seawind - Foto 18
Seawind - Foto 19 Der Erstflug konnte bei idealen Wetterbedingungen am 06. April 2008 auf dem Ratzersdorfer See durchgeführt werden.

Dabei stellte sich heraus daß das Modell beim Startlauf stark nach links zieht und nur mit vollem Seitenruderausschlag in der Spur gehalten werden kann.

In der Luft ist das kleine Modell sehr agil und will ständig gesteuert werden, Erfahrung mit dreiachsgesteuerten Flugmodellen sollte unbedingt vorhanden sein.
Die "Seawind" wurde bereits beim dritten Flug einem unfreiwilligen "Härtetest" unterzogen: mit geringer Fahrt im Endanflug schmierte sie mir plötzlich Richtung Ufer ab.

Beim spektakulär aussehenden Aufschlag wurden Flügel und Rumpf voneinender getrennt, erstaunlicherweise war jedoch ein herausgerissenes Gegenlager der Flächenbefestigung die einzige feststellbare "Beschädigung".

Im Zuge der Reparatur wurde beim Motor ein Seitenzug von ca 2,5 Grad nach rechts eingestellt.
Seawind - Foto 20
Seawind - Foto 21 Bei den danach durchgeführten Flügen konnten keine Nachteile durch die geänderte Motorzugrichtung festgestellt werden.

Die Leistung des gewählten Antriebs reicht auch für einen rasanten Flugstil....
Der Startlauf gelingt nun mit dem leicht nach rechts ziehenden Motor spürbar besser, ganz abstellen ließ sich der "Linksdrall" damit jedoch nicht.

Hat man sich einmal an diese "Eigenheiten" gewöhnt, kann man sich endlich am ungewöhnlichen, jetähnlichen Flugbild der "Seawind" erfreuen.
Seawind - Foto 22
Seawind - Foto 23
Technische Daten:

Spannweite: 1005 mm
Länge: 845 mm
Startgewicht: ca 730 g
Motor: Scanner RC 3223 (50 g, 1200 UpV)
Steller: Jeti Eco 25
Prop: 8 X 6 Zweiblatt (im BS enthalten)
Akku: 3S LiPo 1700
Empfänger: Futaba 2,4 GHZ
Servos: 3 X Futaba S3114 (Q, H, S)

 

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