Montagebericht: Flugboot "Icon A5"
von Johann Prachinger, August 2011   zurück zur Übersicht
Bausatzhersteller: NFD-Hobby Fertigungsgrad: ARF
Icon A5 - Foto 01 Im Juni 2010 tauchte diese Icon A5 mit der beeindruckenden Spannweite von 1,8 m erstmals in den einschlägigen Foren auf. Hergestellt wurde das Modell von NFD-Hobby in China, den Europa-Vertrieb übernahmen vorerst Ready2Fly (Schweiz) und BMI-Models (Belgien).

Ich kannte das große Vorbild dieses extravaganten Flugboots bereits aus einem Fliegermagazin-Artikel und war von dem modernen Design sofort begeistert.
Im November 2010 entschloß ich mich zu einer Bestellung bei Ready2Fly, als voraussichtlicher Liefertermin wurde "Mitte Dezember" genannt.

Man ahnt es schon, der Liefertermin konnte - wegen verzögerter Auslieferung durch den chinesischen Hersteller - nicht eingehalten werden und verschob sich auf Ende Mai 2011.

Ausgeliefert wird das Modell in einem schmucklosen, braunen - nicht sehr fotogenen - 115 X 45 X 35 cm großen Karton.
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Icon A5 - Foto 03 Im Karton selbst findet man relativ wenige Teile vor - den meisten Platz beansprucht der voluminöse Rumpf!

Weiters sind noch die beiden Tragflächenhälften, das Höhenleitwerk, ein Kleinteilebeutel und ein Beutel mit Styro-Teilen (Motorhaube und "Leitbleche" für das Seitenleitwerk), ein Dekorbogen sowie das Alu-Steckungsrohr enthalten.
Eine Bau- oder Montageanleitung sucht man vergeblich, kann eine solche aber über diesen Link downloaden.
Sogar Motor und Propeller sind bereits montiert - doch Vorsicht, der Mototräger ist nur lose in das Styro gesteckt und noch nicht mit dem Rumpf verklebt!

Von einer unkundigen Person dürfte jedenfalls die Luftschraube montiert worden sein - nämlich um 180 Grad falsch herum - und würde so mit sehr bescheidenem Wirkungsgrad laufen!

Außer dem Motorträger müssen noch die beiden "Leitbleche" am Seitenleitwerk eingeklebt werden, danch fallen hauptsächlich Schraubarbeiten an.
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Icon A5 - Foto 05 Auch die Servos für Querruder und Landeklappen befinden sich schon an ihrem Arbeitsplatz - sind aber ebenfalls nur lose in die Aufnahmen gesteckt und müssen noch befestigt werden.

Diese Aufgabe löste ich mittels doppelseitigem Klebeband und je zwei Tropfen Epoxy-Kleber.

Bei den Servoabdeckungen hat der Hersteller nicht richtig mitgedacht (eines der Landeklappenservos ist ja um 180 Grad gedreht eingebaut) und 2+2 statt 3+1 gleiche beigelegt.

Ich habe alle 4 weggelassen und die Servos mit je 2 Streifen Gewebe-Tape abgedeckt.
Die beiliegenden Anlenkgestänge, Gabelköpfe und Ruderhörner sind von der robusten Sorte und wurden daher von mir bedenkenlos verwendet.

Obwohl im Rumpf nahezu unendlich Platz ist, sind hier nur zwei Servos untergebracht: Eines für Seitenruder und Bugradlenkung, das zweite für Haupt- und Bugeinziehfahrwerk.

Die vom Hersteller direkt nebeneinander vormontierten Servos hätten sich allerdings mit ihren Abtriebshebeln gegenseitig behindert, daher wurde eines etwas nach vorne und zur Seite versetzt.
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Icon A5 - Foto 07 Das Höhenleitwerk wird nicht verklebt sondern mit zwei Schrauben befestigt.

Ein großer Vorteil - denn dies ermöglicht nachträgliche Korrekturen der EWD!

Bei meinem Modell saß es auch nicht exakt waagrecht - ich mußte erst von der rechten Seite der Höhenleitwerksauflage etwas Material wegschleifen.

Seitenruder, Bugradlenkung und Wasserruder werden von einem einzigen Servo angesteuert - was für Leichtgängigkeit und Rückstellgenauigkeit nicht gerade förderlich ist.
Das vom Hersteller für die Icon empfohlene 6S Setup empfand ich gewaltig über das Ziel hinausgeschossen - schließlich möchte ich mit dem Modell weder Segler schleppen, noch senkrechte Steigflüge oder Torque-Rollen fliegen....

Mein erster Gedanke war ein 3S Setup, auf das Einziehfahrwerk zu verzichten und das Modell als reines Flugboot zu betreiben.

Andererseits wäre das mein erstes Wasserflugzeug mit Einziehfahrwerk und vielleicht könnte man ja irgendwann mal von einer frisch gemähten Graspiste.... - also doch lieber 4 Zellen!
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Icon A5 - Foto 09 Mit dem beigefügten 400 Kv Motor war dieses Vorhaben allerdings nicht umsetzbar, so tauschte ich den Originalmotor gegen den hinsichtlich Abmessungen und Gewicht gleichwertigen Fusion 3545/06 mit 850 Kv.

Dieser dreht nun eine Master Dreiblatt 10 x 7 und saugt bei Vollgas 42 Ampere aus einem 4-zelligen 3300er Lipo.

Damit stehen schon mal üppige 600 W an Eingangsleistung zur Verfügung.
Nach dem Herstellen aller Ruderanschlüsse und dem Einstellen aller Ausschläge kann man sich auch schon dem Anbringen der zahlreichen Decals widmen, die das Flugzeug erst optisch so richtig aufmotzen.

Die empfohlene Schwerpunktlage von 75 mm wurde erreicht, indem der vierzellige Lipo quer an der vorderst möglichen Stelle im Rumpf untergebracht wurde.
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Icon A5 - Foto 11 Zwei 6 mm Depron-Auflagen ergeben in Verbindung mit zwei Klettbändern eine sehr praktische Akkuhalterung und sorgen so auch für Ordnung und Übersicht im Rumpf.

Der Empfänger (Futaba FASST R-117 FS) erhielt seinen Platz an der linken Rumpfseitenwand, auf der rechten Rumpfseitenwand - etwas nach hinten versetzt - wurde der Drehzahlsteller untergebracht.
Etwas Nacharbeit erforderte die schlampig angebrachte Kunststoffabdeckung im Bereich des Bugfahrwerkschachts: dieser riesige Spalt würde eindeutig hydro- und aerodynamische Nachteile bedeuten - inzwischen behoben mit einem Streifen Gewebe-Tape.

Dabei fiel mir auch die ungeschützte Abrißkante der Schwimmerstufe auf - behoben mit einem 1 cm breiten Streifen aus ABS-Kunststoff.
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Icon A5 - Foto 13 Am 09. Juli 2011 konnte die Icon am Viehofner See in St. Pölten dann endlich zu ihrem Erstflug abheben.

Geschätzte 15 km/h Wind und leichter Wellengang ließen sie unbeeindruckt, schon nach wenigen Metern kam sie auf Stufe, hob ab und stieg steil in den Himmel.

Um im Geradeausflug die Höhe zu halten kann die Leistung auf etwa ein Drittel reduziert werden.
Mit den in der Anleitung empfohlenen Ruderausschlagwerten hat man das Modell gut unter Kontrolle, das Ausfahren der Landeklappen erfordert leichtes Nachtrimmen oder besser einen zugemischten Tiefenausschlag am Höhenruder.

Mit gesetzten Landeklappen kann man sehr wirksam Höhe abbauen und richtig "scale-like" zum Anwassern hereinschweben.
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Icon A5 - Foto 15 Schon beim ersten Flug fiel mir auf daß die Icon im Geradeausflug nur sehr zögerlich Fahrt aufnimmt wenn man die Leistung erhöht - für mich ein Hinweis, doch einmal die EWD nachzumessen!

Üblicherweise ist ja bei ARF-Modellen die EWD vom Hersteller fix vorgegeben und wird wahrscheinlich von den wenigsten Modelbauern bei der Montage extra überprüft.

Dennoch sollte man sich die Zeit dafür nehmen - das kann einem unliebsame Überraschungen beim Erstflug ersparen.
Zu meinem Erstaunen maß ich bei meinem Modell eine EWD von exakt 4,5 Grad - nach meiner Ansicht eindeutig zu viel für diesen Flugzeugtyp!

Dank dem mit zwei Schrauben befestigtem Höhenleitwerk läßt sich hier eine EWD-Korrektur sehr einfach bewerkstelligen:

Mit Hilfe von zwei Beilagscheiben stellte ich für die nächsten Flüge eine EWD von 2,5 Grad ein.
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Icon A5 - Foto 17 Die Auswirkung dieser "Korrektur" beim nächstfolgenden Flug: nach den Abheben mußte ich sofort stark Höhe nachtrimmen - das Modell flog wesentlich schneller, lag aber deutlich unruhiger und zappeliger in der Luft - so hatte ich mir das nicht vorgestellt.

Ich landete und entfernte vor dem nächsten Start eine Beilagscheibe - dadurch ergab sich eine für mich akzeptable "Kompromiß-EWD" von ca 3,5 Grad.

Die Icon läßt sich damit in einem relativ großen Geschwindigkeitsbereich angenehm und unkritisch fliegen.
Beim Manövrieren auf dem Wasser unter Wind und Wellen hat sich gezeigt, daß die Stummelschwimmer nicht ganz ausreichen um die Flügel waagrecht zu halten - auch die Wirkung des Wasserruders ist bei Rauhwasser recht bescheiden.

Durch den recht lauten Pusher-Antrieb ist das Modell bei lärmsensiblen Anrainern allerdings nur bedingt zu empfehlen.

Zusammenfassend kann jedoch gesagt werden daß nach Behebung der erwähnten kleinen Macken die Icon unkritisch zu fliegen und alltagstauglich ist - ein Hingucker auf dem Wasserfluggelände und eine Bereicherung jeder Wasserflug-Flotte.
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Technische Daten:

Spannweite: 1800 mm
Länge: 1150 mm
Startgewicht: 2320 g
Motor: BL Fusion 3545/06 (850 Kv)
Steller: 60A 5A UBEC
Props: 10 X 7 Master Dreiblatt
Akku: 4 Zellen Lipo 3300
Empfänger: Futaba R617 FS
RC: Quer, Höhe, Seite, Drehzahl, Landeklappen, Fahrwerk
Sonderfunktion: Einziehfahrwerk

 

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