Montagebericht: MPX "Twin Star II"
von Johann Prachinger, Juli 2016   zurück zur Übersicht
Bausatzhersteller: Multiplex Fertigungsgrad: ARF
Twin Star II - Foto 01 Die Besucher des Grundlsee-Wasserflugtreffens 2016 erinnern sich vielleicht - diesmal wurde unter den teilnehmenden Piloten als Hauptpreis ein ARF-Bausatz des Multiplex Twin Star II inklusive Brushless Antriebs-Set und Servos verlost.

Da einige Piloten schon am Samstag wieder abgereist waren, musste mehrmals gezogen werden - ich staunte nicht schlecht, als plötzlich meine Teilnehmernummer aufgerufen wurde!

Freudestrahlend nahm ich den Karton entgegen - ja, er würde auf der Heimfahrt gerade noch ins Auto passen. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an Veranstalter und Sponsor!
Hier wurde bereits der gesamte Kartoninhalt zur genauen Inspektion aufgelegt.

Schon beim ersten Blick in den Karton war mir klar, dass es sich hier um eine Sonder-Edition handelte - der "Ur-Twin-Star" wurde ja bekanntlich noch mit Bürsten-Motoren ausgeliefert und hatte auch keine schützende CFK-Schale auf der Rumpfunterseite.

Zur Komplettierung des Modells muss nur noch ein Empfänger und ein Antriebsakku organisiert werden. Und - in meinem Fall ganz wichtig: die dazu passenden Schwimmer!
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Twin Star II - Foto 03 Links im Bild einer der in der nach unten offenen Motorgondel untergebrachten Drehzahlsteller.

So angeordnet würden die sensiblen Teile wohl kaum den ersten Ausflug ins Medium Wasser überstehen.

Da ich mir das Herausoperieren und Neuverlegen der Kabel ersparen wollte, spendierte ich den Gondelunterseiten einfach passende Deckel aus 3 mm Depron.
Bei den Schwimmern wählte ich allerdings nicht die hauseigenen von Multiplex.

Diese sind zwar technisch einwandfrei in Ordnung, aber für meinen Geschmack - man möge mir verzeihen - einfach zu gedrungen und zu klobig.

Die eleganten Schwimmer von ST-Model - serienmäßig bei allen 1,5 m Schaumstoff-Beaver Bausätzen (Robbe, T2M, Flyzone, etc.) mitgeliefert oder optional erhältlich - entsprechen dagegen genau meinen Vorstellungen und passen auch perfekt in der Größe.
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Twin Star II - Foto 05 Da ich auch das mit den Schwimmern mitgelieferte "Scale-Gestell" aus Metallrohren verwenden wollte, war etwas "Anpassungs-Trickserei" gefragt.

Die Rumpfbreite des Twin Star II ist deutlich geringer als die der Beaver - diese Differenz musste ausgeglichen wrden.

Dabei ging ich den einfachsten Weg und erhöhte die Neigung der Schwimmmerstreben so weit bis die oberen Laschen den Rumpf berührten. Der dadurch geringer werdende Abstand zwischen Schwimmeroberkante und Rumpfunterseite war dabei durch den relativ kleinen Prop-Durchmesser von 6,6 Zoll zum Glück kein Problem.
Am Rumpf selbst wurden insgesamt 8 Befestigungspunkte für die Laschen der Schwimmerstreben benötigt - 4 auf jeder Seite.

Hier war eine robuste, aber trennbare Lösung gefragt - schließlich mussten die nicht ganz perfekt am Rumpf anliegenden Laschen spaltfrei an diesen herangezogen werden, um die Streben in die richtige Schrägstellung zu bringen.

Daz fertigte ich 8 Stück 15 x 15 mm Trägerplatten aus 3 mm starkem Sperrholz und klebte M3 Einschlagmuttern bündig zur Aussenseite ein.

Diese Trägerplatten wurden in die entsprechenden Stellen am Rumpf eingelassen (siehe Bild).
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Twin Star II - Foto 07 Die Verbindung zu den Kunststofflaschen der Schwimmerstreben wird dann über M3 Inbusschrauben hergestellt.

Vor der endgültigen Montage erhielt noch die dem Bausatz beiliegende Rumpf-Unterschale aus CFK (vermutlich als Oberflächenschutz für Landungen ohne Fahrwerk vorgesehen) exakt passend gebohrte Löcher.

Da die Schale ja schon durch die 8 Schrauben mit der Rumpfunterseite verbunden ist wurde auf eine zusätzliche Verklebung verzichtet.
Um dem Flugzeug ein "standesgemäßes" Design zu verpassen wurde ein eigener Dekorbogen entworfen.

Zum Einsatz kam wieder die schon mehrfach bewährte, transparente A4-Klebefolie von Pearl.

Da Tintenstrahldrucke nicht wasserfest sind wurde das Dekor abschließend mit Klarlack fixiert.
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Twin Star II - Foto 09 Der unter der Tragfläche gelegene Schacht im Rumpf beherbergt beim Twin Star II nur den Empfänger, da ja die Drehzahlsteller in den Motorgondeln untergebracht sind.

Beim Aufrüsten des Modells sind somit die Anschlüsse für Querruderservos, Drehzahlsteller und Antriebsakku herzustellen.

Durch 2 Kunststoffschrauben M5 wird der Flügel unverrückbar am Rumpf festgehalten.
Die Servos für Seite und Höhe sitzen in seitlichen Nischen unter der abnehmbaren Kabinenhaube.

Befestigt wird die Kabinenhaube durch eine Schaumstoffnase an der Rückseite und 2 Kunststoffklipse an der Vorderseite.

Der Akkuschacht ist ungewöhnlich lang, so dass man selbst 4000er Packs mühelos unterbringt und zum Erreichen der korrekten Schwerpunktlage in einem weiten Bereich verschieben kann.
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Twin Star II - Foto 11 Ruderausschläge und Schwerpunkt wurden gemäß Anleitung eingestellt, als Antriebsakku dient ein Lipo 3S 2200er Standard-Pack.

Die BL-Motoren ziehen 18 A, was eine Eingangsleistung von rund 200 W ergibt - nicht üppig, aber für den Wasserstart mit 1348 g Abfluggewicht doch locker ausreichend.

Wie bei allen meinen mehrmotorigen Modellen kommt auch hier die differenzierte Motordrehzahlsteuerung zum Einsatz. Damit erspart man sich die Wasserruder und hat auf Knopfdruck sofort ein extrem manövrierfähiges Modell auf der Wasserfläche.
Der erfolgreiche Erstflug des Twin Star II fand schließlich am 25. Juni 2016 bei besten Flugwetterbedingungen auf dem Freizeitgelände Luberegg statt.

Nach dem problemlosen Start mussten lediglich ein paar Klicks Höhe nachgetrimmt werden. Das Modell reagiert sehr direkt auf Querrudereingaben - hier werde ich wohl noch etwas Expo einstellen.

Ausserdem werde ich bei den nächsten Flügen den Akku so weit verschieben bis die Höhenrudertrimmung wieder auf Neutral steht.
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Twin Star II - Foto 13 Zusammenfassend kann man diesem Modell uneingeschränkte Alltagstauglichkeit bescheinigen - es liegt sehr stabil in der Luft und verhält sich absolut unkompliziert bei Starts und Landungen.

Auch ist dieses Modell ein weiteres Beispiel wie man mit vergleichsweise geringem Aufwand ein "ARF-Modell von der Stange" zu einem attraktiven Unikat umgestalten kann.

So gesehen ist das "Grundlsee-Air-Taxi" eine tolle Bereicherung meiner Flotte von Wasserflugzeugen - daher nochmals vielen Dank an Sponsor, Veranstalter und "Glücks-Engerl"!
Technische Daten:

Spannweite: 1420 mm
Länge: 1085 mm
Startgewicht: 1348 g
Motor: 2 X BL Torcster 2826/10-1400
Steller: 2 X 20 A BEC
Props: 2 X Graupner Cam Slim 6,6 x 3
Akku: 3S LiPo 2200
Empfänger: Futaba 2,4 GHZ
RC-Funktionen: Quer, Höhe, Seite, Motor,
Sonderfunktion: Differenzierte Motordrehzahlsteuerung
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