Drucken
Montagebericht: ST-Model "Seawind"
von Johann Prachinger, April 2016   zurück zur Übersicht
Bausatzhersteller: ST-Model Fertigungsgrad: ARF
ST-Model Seawind - Foto 01 Als Wasserflug-Neuheit zum Jahreswechsel 2015/2016 brachte ST-Model die 146 cm große "Seawind" aus Formschaum heraus. Dass der Hersteller das Thema Wasserflug intus hat, wissen wir seit seiner Cessna 182 und Beaver auf Schwimmern, die auch unter verschiedenen Fremd-Labels (Hype, Robbe, T2M, Flyzone, OneTeam,..) den Markt erobert haben.

Das große Vorbild, die "Seawind 300C" wird von der Firma Sea Air Composites inc. gefertigt, besitzt ein amphibisches Fahrwerk und wird von einem 310 PS starken Continental IO-550 Motor angetrieben.
Erstmals wird nun ein Seawind-Serienmodell mit amphibischen Fahrwerk, Landeklappen und funktionsfähiger Beleuchtung ausgeliefert.

Der Begriff "Edel-Schaumwaffel" ist hier durchaus angebracht.

Wie heutzutage üblich kommt das Modell als ARF-Komplettset zu seinem neuen Besitzer, der nur noch Empfänger und Antriebsakku selbst organisieren muß.

Hier wurde bereits der gesamte Kartoninhalt für eine erste Inspektion aufgelegt.

ST-Model Seawind - Foto 02
ST-Model Seawind - Foto 03 Links im Bild der im ARF-Bausatz enthaltene 40 A Drehzahlsteller.

Bereits vom Hersteller komplett in Silikon eingegossen - hier wurde alles richtig gemacht und damit dem Käufer ein wichtiger Arbeitsschritt in Richtung Wasserresistenz abgenommen - großes Lob dafür!

Laut Gehäuse-Aufschrift würde dieser Steller sogar ein 4S-Setup für die Seawind ermöglichen.
Auch auf einen Cockpit-Ausbau wurde herstellerseitig nicht verzichtet. Bedruckte Folie stellt das Instrumentenbrett dar, aus welchem 2 kleine Steuerhörner herausragen.

Die beiden Doppelsitze aus Depron werden von kleinen Magneten an ihrem Platz gehalten und verdecken die direkte Sicht auf Antriebsakku und Empfangsanlage.

Sogar die Kabinenhaube ist - exakt wie beim großen Vorbild - nach oben aufklappbar.
ST-Model Seawind - Foto 04
ST-Model Seawind - Foto 05 Die Endmontage des gefederten Haupteinziehfahrwerks obliegt dem Kunden und ist mit dem Eindrehen von 2 X 3 Schrauben erledigt.

Vorsicht, es gibt einen rechten und einen linken Fahrwerksbügel - auch wenn diese vielleicht auf den ersten Blick ziemlich gleich aussehen!

Das einziehbare Bugfahrwerk ist betriebsfertig vormontiert - hier müssen gegebenenfalls nur noch (wie auch beim Hauptfahrwerk) die Servo-Endstellungen senderseitig nachjustiert werden.
Rechts im Bild das ausgefahrene Bugfahrwerk.

Man kann auch die Anlenkung und den genial einfach gehaltenen Federmechanismus erkennen, der die beiden Fahrwerksklappen aus ABS-Kunststoff öffnet oder schließt.

Ob die ganze Geschichte auch dicht ist, wird sich dann im rauhen Alltagsbetrieb zeigen.

Aufgefallen ist mir allerdings auch dass bei am Räderfahrwerk stehenden Modell das Hauptfahrwerk schon leicht einfedert.
ST-Model Seawind - Foto 06
ST-Model Seawind - Foto 07 Während das Räderfahrwerk einfährt, fährt gleichzeitig ein mit dem Seitenruder gekoppeltes Wasserruder im Heck des Modells aus.

Beim Einjustieren der korrekten Schwerpunktlage mittels Akku musste ich feststellen, dass die Montageanleitung hierzu zwei widersprüchliche Werte enthält: 52 mm in der englischen und 78 mm (jeweils +/- 5 mm) in der deutschen Anleitung.

Bei einer Flächentiefe von 190 mm kommen wohl eher 52 mm in Frage, was ein Blick in die Anleitung der baugleichen Seawind von Flyzone auch bestätigte.
Die somit mit 52 mm vorgegebene Schwerpunktlage wird mit einem 2200er 3S Lipo perfekt eingehalten.

Damit das ausgefahrene Räderfahrwerk entlastet wird und nicht etwa Flachstellen an den Reifen entstehen, bastelte ich noch einen einfachen Modellständer aus Styro-Platten und Holzstäben.

In diesem Ständer wurde das Modell auch auf der "Wunderwelt Modellbau" in St. Pölten zusammen mit einigen anderen Wasserflugmodellen dem Messepublikum präsentiert.
ST-Model Seawind - Foto 08
ST-Model Seawind - Foto 09 Ich schalte auch gerne die Landescheinwerfer per Funk aus oder ein - das erledigt man ganz elegant mit diesem Schaltmodul von Hobby King.

Die neueste Version dieses Moduls ist bereits betriebsfertig verdrahtet und wird nur noch zwischen Beleuchtungsanschluß und Empfänger gesteckt.

Bezugsquelle: Hobby King
Die Anlenkung der Landeklappen erfolgt über ein zentrales Servo im Rumpf, so wie wir es schon von der 1,5 m Schaumstoff-Beaver kennen.

Das bedeutet dass zum Aufrüsten des Modells eine kleine Spitzzange (zum Einfädeln der Anlenkdrähte) und ein Kreuzschlitz-Schraubendreher (zum Festdrehen der Klemmschraube) mitgeführt werden sollten.

Natürlich gilt das auch für die Demontage des Modells.
ST-Model Seawind - Foto 10
ST-Model Seawind - Foto 11 Als Entschädigung gibt es dafür eine sehr innovative, werkzeuglose Tragflächenverriegelung.

Dabei wird der Flügel am Steckungsrohr bei der Annäherung an den Rumpf nasenseitig um einige Millimeter nach oben gedreht, auf Anschlag an den Rumpf geschoben und durch Drehen der auf der Flächenunterseite gelegenen Verriegelungsknöpfe um 90 Grad arretiert.

Je Flügelhälfte gibt es dann noch 2 steckbare Kabelanschüsse für Querruderservo und Beleuchtung.
Da ich vorbildähnliche Modelle ohne Kennung etwas "blass" finde, spendierte ich meiner Seawind die Phantasie-Kennung "N80RC".

Auch dieses Modell mußte nach erfolgter Montage und RC-Programmierung wetterbedingt noch fast ein Monat auf den Erstflug warten.

Dieser konnte dann am 03. April 2016 beim Wasserflug-Saisonstart auf dem Ratzersdorfer See in St. Pölten endlich stattfinden.

Bei frühlingshaften 19 Grad Aussentemperatur und ca 10 km/h Wind waren die Bedingungen nahezu ideal.
ST-Model Seawind - Foto 12
ST-Model Seawind - Foto 13 Schwerpunktlage und Ruderausschläge - nach englischer Anleitung eingestellt - passen für meinen Geschmack perfekt, es mußte nichts nachjustiert werden.

Natürlich (siehe Foto) wurde für den Fotografen das Fahrwerk mehrmals aus- und eingefahren.

Das Modell muß dabei nicht nachgetrimmt werden - auch nicht beim Ausfahren der Landeklappen - Gratulation an die Konstrukteure!
Starts und Landungen mit dem Räderfahrwerk konnten mangels einer geeigneten Hartpiste noch nicht ausprobiert werden.

Es macht jedenfalls grossen Spass, eine solche "Edel-Schaumwaffel", die unkritische Flugeigenschaften, elegante Optik und beeindruckende Sonderfunktionen in sich vereint, zu fliegen und im Hangar zu haben, der Kauf hat sich absolut gelohnt.

Ach ja, als kleines "Cockpit-Feintuning" werde ich eventuell den Sitzen und dem Instrumentenpanel noch etwas Farbe spendieren.
ST-Model Seawind - Foto 14
ST-Model Seawind - Foto 15
Technische Daten:

Spannweite: 1460 mm
Länge: 1112 mm
Startgewicht: 1600 g
Motor: BL Outrunner D4011 (900 kV)
Steller: ST-Model 40 A
Prop: 11 X 8 Zweiblatt (im BS enthalten)
Akku: 3S LiPo 2200
Empfänger: Futaba 2,4 GHZ
RC-Funktionen: Quer, Höhe, Seite, Motordrehzahl, Einziehfahrwerk, Landeklappen, Landescheinwerfer

 

Bauberichte-Übersicht